Frank Klare - Modular Music
(1997+1998/2006, SynGate CD-R 2073)

1. Modul One
2. Modul Two
3. Modul Three
4. Modul Four
5. Modul Five 

12:00
22:27
09:50
25:52
02:03

Composed and produced 1997 by Frank Klare
Modul Five recorded 1998
Remixed 2006 by Lothar Lubitz

Was ist elektronische Musik?

Unter elektronischer Musik versteht man Musik, die mit elektronischen Musikinstrumenten erzeugt wird. Gemeint sind keine Orgeln oder elektrische Gitarren, sondern spezielle Geräte wie „Synthesizer“ und „Sequenzer“. Die bekanntesten Interpreten dieser Musikart sind Tangerine Dream, Klaus Schulze, Jean Michel Jarre, Kraftwerk oder Kitaro. Ein Synthesizer ist ein Gerät, mit dem man beliebige Klänge formen kann, um sie musikalisch einzusetzen. Damit wären wir bereits beim Hauptcharakteristika dieser Art von Musik: Ein Könner am Klavier wird aus seinem Instrument nicht nur die verschiedenen Noten herausholen, sondern durch feinste Nuancen auch die Klangvielfalt des Klaviers, des Holzes, aus dem es gemacht ist, er wird sein Instrument schwingen, variieren und „leben“ lassen. Doch wie sehr auch immer der Virtuose sein Instrument beherrscht, ein Klavier klingt immer wie ein Klavier. Der Synthesizer jedoch hingegen gibt nicht nur Noten (Tonhöhen) wieder, sondern mit ihm werden zugleich die Klänge völlig neu geschaffen. Es ist vergleichbar mit einem Bildhauer, der seine Skulptur schafft. Aus einem Stück Stein entsteht eine Form mit Ausdruck. So ist es auch beim Synthesizer, hier wird nicht nur Notation in all seinen Nuancen umgesetzt, sondern das Musikinstrument – respektive der Grundklang/Charakter dazu muss gleichermaßen erst mal geschaffen werden.

Gleichermaßen ist der Synthesizer-Musiker in der elektronischen Musik von gestern wie heute in Regel „Dirigent“ über seinem ganz persönlichem „Maschinen-Orchester“, indem er allein (oder in der Gruppe mit mehreren anderen Keyboardern) eine ganze Agenda von Geräten steuert und „verwaltet“, ja eben (elektronisch) dirigiert. Da auch der Synthesizerspieler nur 2 Hände und 2 Füße hat, muss er folglich um ganzes Orchester zum Erklingen zu bringen, einige „virtuelle Mitspieler“ kreieren, d.h., Parts der Arrangements müssen entwickelt, eingespielt und wiedergegeben werden, dazu gibt es den sogenannten Sequenzer:

Der Sequenzer ist im weitesten Sinne so was Ähnliches wie ein Tonbandgerät. Dieses Wort benutzt der Verfasser jedoch nicht gerne, da vor allem technisch nicht Bewanderte hiermit das berühmte Vorurteil begründen möchten.„Das ist ja Knopfdruck-Musik“. Es ist wohl richtig, das Teilfragmente der Musik über „Knopfdruck“ gestartet werden. Nur, das, was da gestartet wird, muss vorher erst mal in Klang und tonaler Abfolge entworfen und einprogrammiert werden, zudem erlauben es Sequenzer mit Direktzugriff, während der Wiedergabe die Selbe umfassend zu beeinflussen. In den Sequenzer werden Noten einprogrammiert, die das Gerät dann hinterher wiedergibt, durch Synthesizer (Klangerzeuger), die mit dem Sequenzer verbunden sind und ihrerseits die passenden Klänge wiedergeben, die separat zu entwickeln sind.

Solche Anlage im Verbund Synthesizer-Sequenzer kann mitunter imposante Erscheinungsform vorweisen, es mag mitunter „gespenstisch“ anmuten, bis zum Glauben, sich in Kommandozentrale der Enterprise oder NASA sich zu befinden. Bis Mitte der Achtziger waren diese Anlagen von den Ausmaßen her sehr groß, ein sog. „Synthesizermodular-System“ (je nach Größe bis zu über 100000 DM teuer) konnte mehrere Meter breit und hoch sein, mit hunderten von Klangreglern und Kabelsträngen. Die folgende Abbildung möge den optischen Eindruck etwas wieder geben:

 
Cover designed by Lothar Lubitz w/ graphics created by Herbert Flenner

Doch die Entwicklung der Computertechnologie machte auch vor dieser Art von Musikinstrumenten nicht halt. Anstelle der erwähnten riesigen „Schränke“ wurden die Geräte immer kleiner und zugleich immer funktioneller und günstiger. Ebenso in der Zeit setzte sich ein neuartiges Interfacesystem durch, damit die verschiedenen Geräte miteinander kommunizieren können, kurz „MIDI“, was für „Musical Instrument Digital Interface“ steht.

Eine moderne Synthesizeranlage besteht heute in der Regel aus mindestens einem Keyboard (Klaviatur, um die Noten einzuspielen, es können durchaus aber auch mehrere Keyboards zum Einsatz kommen), dazu ein Rack (Einbaugehäuse) für „Expander“ (Klangerzeuger ohne Klaviatur, die vom Keyboard und anderen Geräten angesteuert werden) und nach wie vor dem „Sequenzer“, dem tonbandähnlichen Gerät. Früher hatten die sog. „Analogsequenzer“ für jeden Ton (Note) einen Drehknopf, um die Tonhöhe einzustellen, in der Regel 3-4 Reihen für je 8 Töne. Heutzutage ist der Sequenzer etwas moderner geworden, er kann bis zu 128 Spuren (wie bei einem Mehrkanaltonband) aufweisen, die Noten werden über die Keyboardtastatur eingegeben. Schließlich werden die aufgenommenen Spuren gleichzeitig über die diversen angeschlossenen Expander wiedergegeben. Man unterscheidet dabei zwischen zwei Typen moderner Sequenzer, dem „Hardwaresequenzer“ als reines „stand alone-Gerät“ oder den (weiterverbreiteten) computergestützten Sequenzern, ein herkömmlicher PC/Mac mit spezieller Software. In den Achtzigern bis etwa Mitte der Neunziger war hier der „Atari“-Computer mit „Steinberg-Cubase“-Sequenzersoftware am weit verbreitesten, heutzutage arbeiten herkommliche PCs oder Mac-Computer nebst spezieller Software im Verbund im „Midi-Set-Up“

Hierbei kommunizieren die vielen Geräte miteinander über das „MIDI“-Interface. Von dem Keyboard(s) geht es raus (MIDI out) in den Sequenzer / Computer (MIDI in) und gleichsam in die Expander (MIDI in). Wiederum haben viele Keyboards eine eigene Klangerzeugung, möchte man diese vom Sequenzer mit ansteuern, wird auch die Verkabelung in umgekehrter Richtung notwendig (Also Computer, MIDI-Out zum Keyboard MIDI in). Es gibt dann noch „MIDI thru“ (das angekommene Signal wird an out durchgeschliffen). Entscheidend ist, schnell kommen bei komplexeren Synthesizersystemen 20 und mehr MIDI-Einzelgeräte zusammen, die wechselseitig aufeinander ansprechen müssen, damit der reibungslose Musikablauf funktioniert. Diese Wust an Datenleitungen wird über eine sogenannte „MIDI-Matrix“ verwaltet. In dieser Matrix laufen alle Leitungen zusammen und werden von hier aus verteilt und so erklingt das elektronische Orchester moderner Art, das in Regel gegenüber den „alten Zeiten“ nicht mehr die gespenstisch anmutenden Ausmaße einer riesigen Kommandozentrale hat, dafür zugunsten Platzersparnis nicht mehr die Direktzugriffmöglichkeit bietet, meiste Funktionen nur noch Menü-gesteuert von der Hand gehen können.

Hinzu gesellen sich noch 3 Varianten, die es auch in heutiger Zeit im Bereich Elektronische Musik gibt. Es gibt Musiker, welche nunmehr lediglich einen einzigen Computer nebst einer externen Einspielkeyboardtastatur benutzen. Alle Instrumente existieren nur noch virtuell als spezielle Softwareprogramme, die im Bundle miteinander gekoppelt sein können.

Einige (wenige) Elektronik-Musiker (dazu zählt auch der Verfasser der Abhandlung) arbeiten heutzutage mit zwar modernster Technik, die jedoch gleichsam wie in früheren Jahren noch Direktzugriff auf alle Parameter im Ton und Klang erlaubt. Unausweichlich ist damit Erscheinungsbild solch „virtuell-Analogen-Systems“ vergleichbar mit o.g. früheren „Monsterschränken“.

Ebenfalls nicht zu unterscheiden vom früheren Erscheinungsbild wären dann diejenigen Künstler, welche heute noch mit echten Analog-Systemen arbeiten, seien es alte Originale oder seien es derartige Geräte, die auch heute noch vereinzelt gebaut werden.

Selbstredend sind die Grenzen fließend und durchaus wird oben Genanntes auch untereinander/miteinander kombiniert, ebenso, wie nicht wenige Künstler der reinen Elektronik der Synthesizer weitere Musikinstrumente hinzuziehen, wie beispielsweise Gitarren, Blasinstrumente, Gesang, etc.

Wie klingt das alles dann?

Trotz all der eben genannten Technik, „eiskalte Maschinenmusik“ in dem Sinne gibt es nicht. Wir dürfen nie vergessen, hinter alledem sitzen immer Menschen. Erst war der Stein, daraus wurde später die Skulptur. Hier auf den Seiten von Syngate-Records finden Sie sowohl als EM-Kenner, als auch „Neuling“ dieser wunderbaren Erscheinungsform von Musik eine große Anzahl an Interpreten, die sich entschieden haben, den Synthesizer als das Instrument ihrer Wahl zu benutzen.

Frank Klare, Syngate, August 2006






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